Klartext: Was bedeutet Grundversorgung?

In Deutschland wird die Versorgung für alle Haushaltskunden durch die Grundversorgung und die Ersatzversorgung gewährleistet. Obwohl Verbraucher ihren Energielieferanten frei wählen können, beziehen sehr viele Haushalte noch immer Strom oder Gas von dem örtlichen Grundversorger. Grundversorger ist im jeweiligen Netzgebiet das Energieversorgungsunternehmen, das die meisten Haushaltskunden beliefert. Der Grundversorger muss grundsätzlich jeden Haushaltskunden mit Strom oder Gas beliefern (Kontrahierungszwang), und dies zu öffentlich bekannt gegebenen und im Internet veröffentlichten Preisen. So ist sichergestellt, dass alle Haushalte, für die der jeweilige Grundversorger zuständig ist, Energie zu den gleichen Bedingungen und Preisen erhalten können. Dazu schließen Grundversorger und Verbraucher in der Regel einen Vertrag ab, in dem die Einzelheiten der Belieferung festgehalten sind. Rechtsgrundlage der Grundversorgung ist die Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV) bzw. die Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV).

Ein Grundversorgungsvertrag kommt aber auch allein dadurch zustande („schlüssiges Handeln”), dass Haushaltskunden, z. B. nach dem Einzug in eine neue Wohnung, Strom oder Gas verbrauchen und sich nicht aktiv um einen anderen Lieferanten bemühen. Nur innerhalb der ersten sechs Wochen nach einem Neueinzug kann ein Wunschlieferant die Belieferung rückwirkend zum Einzugsdatum beim Netzbetreiber anmelden. Gelingt dies nicht, kommt für den Zeitraum zwischen Neueinzug und Beginn des Liefervertrages beim Wunschversorger ein Vertrag mit dem Grundversorger zustande. Die gelieferte Energie ist dann dem Grundversorger zu bezahlen. Auch wenn ein Vertrag mit einem anderen Versorger nicht zustande kommt (z. B. weil der Verbraucher innerhalb der Widerrufsfrist von seinem Recht auf Widerruf Gebrauch gemacht hat und nicht rechtzeitig ein neuen Versorgungsvertrag abschließt), nimmt der Grundversorger die Belieferung des Kunden vor („Ersatzversorgung“); auch hier gelten die Grundversorgungstarife.

Klartext: Was bedeutet Ersatzversorgung?

Die Versorgung der Verbraucher mit Energie ist jederzeit gesichert. Dazu dient die Ersatzversorgung. Auch dann, wenn ein Liefervertrag mit einem Energieversorger endet und ein neuer Energieversorger die Versorgung (noch) nicht aufnimmt, wird die Energieversorgung zu keinem Zeitpunkt unterbrochen. Scheitert ein Lieferantenwechsel oder muss ein Versorgungsunternehmen Insolvenz anmelden, springt kraft Gesetzes der örtliche Grundversorger für maximal drei Monate ein. Es gelten hierbei die allgemeinen Preise und Bedingungen der Grundversorgung. Die Ersatzversorgung kann während dieser drei Monate jederzeit gekündigt und ein neuer Liefervertrag mit einem Energieversorgungsunternehmen eigener Wahl abgeschlossen werden. Schließen Verbraucher keinen neuen Liefervertrag ab und verbrauchen aber weiterhin Energie, kommt ein Grundversorgungsvertrag mit dem örtlichen Grundversorger zustande.